EFSA: Firma lieferte falsche Daten für Genmais-Unbedenklichkeitsantrag

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Reinhard
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EFSA: Firma lieferte falsche Daten für Genmais-Unbedenklichkeitsantrag

 

Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA hat ihre Unbedenklichkeits-Bewertung des Genmaises mit dem Namen „Mais 59122“ der Firmen Pioneer Hi-Bred International und Dow AgroSciences LLC zurückgezogen, nachdem bekannt wurde, dass im Zusammenhang mit einer Studie falsche Angaben gemacht wurden. 

Als das GMO-Gremium (Gremium für genetisch veränderte Organismen) der EFSA von den Antragstellern zusätzliche Angaben über eine Studie anforderte, stellte sich heraus, dass im Rahmen dieser Studie gar nicht die Bt-Maispollen der Gen-Maissorte „59122“ verwendet wurden. Es handelt sich dabei um eine Honigbienen-Studie von Maggi (2001). Die Angaben, die in Bezug auf diese Studie und den Gen-Mais „59122“ vom Patentinhaber in ihrem Freigabe-Antrag gemacht wurden, stimmen also nicht. Für diesen Gen-Mais gibt es laut Angaben der EFSA gar keine Daten über den Auswirkungen dieser Gen-Pflanze auf Bestäuber. 

Auch eine zweite Studie, mit der die Auswirkungen des Genmaises „59122“ auf Marienkäfer untersucht, wurde vom GMO-Gremium der EFSA jetzt diskreditiert. Diese Studie wäre im Zusammenhang mit der Unbedenklichkeitsprüfung des Genmaises irrelevant, so die EFSA in ihrer Pressemitteilung. 

Umwelt- und KonsumentenschützerInnen sehen sich in ihrer Kritik bestätigt. Der Verein Testbiotech, ein deutsches Institut für unabhängige Folgenabschätzung in der Biotechnologie, veröffentlichte bereits am 27. April 2013 eine Analyse des Freigabe-Antrags, in der auf viele wissenschaftliche Fehler bei der Risikobewertung des Genmaises „59122“ hingewiesen wird.

 

http://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/3443.htm

http://www.testbiotech.org/sites/default/files/TBT_opinion_%2059122_Cult...

 

Pfiati, Reinhard